Ein Arbeitskreis soll sich damit befassen, ob eine weitere integrative Gruppe geschaffen werden oder Einzelintegrationen in den Kindergärten der Gemeinde Bad Grund möglich sein soll

Gemeinde Bad Grund (hn). Auf der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Schule und Kindergarten, die in der Mensa der Gittelder Grundschule stattfand, ging es auch um das Thema Integration von Kindern mit Behinderungen in den Kindergärten der Gemeinde Bad Grund. Stephan Mantel, Fachbereichsleiter Familie und Soziales, berichtete, dass drei Anträge von Eltern auf eine Einzelintegration vorlägen.

In der Einzelintegration wird ein Kind mit Behinderung gemeinsam mit nicht behinderten Kindern gefördert. Im Gegensatz zur Gruppenintegration nimmt der Kindergarten bei der Einzelintegration immer nur ein einzelnes Kind mit Behinderung in eine Gruppe auf. In einer Integrativen Gruppe eines Regel-Kindergartens werden Kinder mit Behinderung auch gemeinsam mit nicht behinderten Kindern gefördert. Im Gegensatz zur Einzelintegration  nimmt eine Integrative Gruppe immer mindestens zwei und höchstens vier (ausnahmsweise auch einmal fünf) Kinder mit Behinderung auf.

In der Sitzung erklärte Mantel, dass laut Gesetzgeber immer zunächst eine Integrative Gruppe vor einer Einzelintegration zu wählen sei. Anfang 2016 wurde eine Integrative Gruppe mit vier Plätzen im Gittelder Kindergarten eingerichtet, eine ausgebildete Fachkraft ist ständig anwesend. Seit August des vergangenen Jahres seien davon zwei Plätze belegt, ab August dieses Jahres soll auch der dritte und ab Oktober auch der vierte Platz belegt sein. Dazu erklärte Mantel, dass in Gittelde durch die Einrichtung dieser Integrativen Gruppe und dem damit verbundenen intensiveren Bedarf der behinderten Kinder die Plätze dieser Gruppe von 25 auf 18, also um sieben, reduziert wurden. Eine Einzelintegration von drei Plätzen binde pro Kindergartenplatz fünf, also insgesamt 15 Plätze. Diese Entscheidung, ob und wo eine weitere Integrative Gruppe eingerichtet werde, müsse politisch getroffen werden, so Mantel. In der Sitzung betonten die anwesenden Eltern die Wichtigkeit der Integration der Kinder am Wohnort, damit sie zusammen mit ihren Freunden den Kindergarten besuchen können. Silke Klemm, Geschäftsführerin Kreisverband DRK Osterode, sagte, dass die Integrative Gruppe sehr gut angenommen werde. Dennoch sei immer der individuelle Bedarf des Kindes zu beachten, so Klemm, die die Meinung äußerte, dass Integration nicht zwingend am Wohnort erfolgen müsse. Da eine Einzelintegration höhere Kosten verursache, sprachen Eltern auch eventuelle Fördermöglichkeiten durch das Jugend- und Sozialamt des Landkreises Göttingen an. Das Thema soll nun in einem dafür zu schaffenden Arbeitskreis besprochen und erörtert werden. Zudem werden sich auch die Fraktionen mit dem Thema befassen.

Im Gittelder Kindergarten gibt es seit Januar 2016 eine Integrative Gruppe. Nun liegen drei Anträge von Eltern vor, die sich eine Einzelintegration in den Kindergärten vor Ort wünschen (Foto: Herma Niemann).