Osterode (pb). „Ich bin einen Weg mit Menschen gegangen und gebe jetzt – wie ein Etappenläufer - den Stab ab, um einen neuen Weg mit Menschen zu beschreiten“, Worte von Pfarrer Mieczyslaw Kamionka, der am Sonntag, 25. Juni, während einer liturgischen Feier verabschiedet wurde.

Damit endet für Pfarrer Mieczyslaw Kamionka zwölf Jahre Amtszeit in der kath. Pfarrgemeinde St. Johannes Bapt. Osterode, die er am 1. September 2005 übernommen hat. Denn er wird am 1. September dieses Jahr in den Kreis Gifhorn, nach Wittingen  gehen, um dort seine Arbeit aufzunehmen.

Der Mann Gottes wurde bereits vor 33 Jahren Priester, und machte sich am 1. September 1998 von der polnischen Diözese Tarnow auf den Weg in die Bundesrepublik. Hier galt für ihn erst einmal, die deutsche Sprache zu erlernen, um sich und seine Gedanken auch richtig mitteilen zu können. Sein Weg führte ihn in die kath. Mission Hannover, nach Northeim, dann in das bei Wolfenbüttel gelegenen Heiningen und in die Lüneburger Heide nach Bleckede, bevor er in die damalige Kreisstadt Osterode kam.

In den hinter ihm liegenden zwölf Jahren gab es nicht immer Entscheide, die ihn fröhlich stimmten. Denn bereits 2010 wurde das katholische Gotteshaus in Bad Grund geschlossen. Die Gläubigen der Bergstadt wurden aber nicht heimatlos, denn die St. Benefatius--Kirche in Badenhausen hat auch heute noch ihre Pforten geöffnet. Die kath. Kirchengemeinde umfasst übrigens die ganze Gemeinde Bad Grund, die Stadt und die Ortschaften Osterode Das dort  in der Bergstraße gelegene  kath. Gotteshaus wurde 2015 geschlossen und verkauft. Doch, weil die Orgel nicht für immer verstummen sollte, hat sie einen neuen Standort erhalten. Denn steht mittlerweile, ebenso wie der Altar, das Taufbecken,  das Mobiliar, die Kerzen, der Beichtstuhl, der Ambo, die Monstranz, das Vortragekreuz und das Ewige Licht, in Bochnia Krzyzanowice (Südpolen). Das hat sich Pfarrer Mieczyslaw Kamionka übrigens mit interessierten Gemeindemitgliedern vor kurzem angeschaut.

Pfarrer Kamionka erlebte aber auch den großen und sehr erfreulichen Umbau des Pfarrheimes und 2010 die Neugestaltung des Außenbereiches rund um die der St. Johannis-Kirche.

Er hat aber sehr viel mehr erlebt, als Fusionen, Schließungen oder Umbauten. So hat er sich stets stark in  die Arbeit mit jungen Leuten und Senioren gemacht. Sie alle trafen sich nicht „nur“ zum Gedankenaustausch, sondern nahmen auch nicht selten interessante Wege unter die Schuhsohlen.

Er denkt aber auch gerne an die Menschen, die ihn in den zwölf Jahren begleitet und auf verschiedenster Art zur Seite gestanden haben. Dabei stehen Diakon Rudolf Appel und  Friederike Höll, die Seele des Sekretariats, das übrigens nicht geschlossen wird, im Mittelpunkt.

Es wird zu einer Neuerung kommen, die nicht mit der Besetzung eines einzelnen Nachfolgers geschehen wird. Es werden drei Oratorianer-Patres sein, welche die Seelsorge nicht „nur“ in Osterode, sondern auch in Bad Lauterberg und in Herzberg übernehmen werden. Sie werden in dem Pfarrhaus in Herzberg wohnen.

 

Pfarrer Mieczyslaw Kamionka Foto: Bordfeld