Osterode (pb). Drei Klassen sowie Mädchen und Jungen aus dem Nachmittagsunterricht der Grundschule der Gemeinde Bad Grund in Gittelde haben sich intensiv mit dem Thema Kunst befasst.

Denn sie wollten ihre Arbeiten bei der Ausstellung „PEDANT – Interpretationen in Materialvielfalt“  zusammen mit zehn Künstler/innen aus der Region Südniedersachsen in dem unter Denkmalschutz stehenden Fachwerkhaus in dem Osteroder Straßenzug Am Schilde 2 vorstellen.

So hat die 4b im Unterricht von Susanne Voigt, die übrigens auch eigene Arbeiten in Osterode zeigt,  Federn so feinfühlig in Pastell  und gemalt, dass sie dem Betrachter das Gefühl geben, gleich zu entschweben.  Da sind aber auch Hühner nicht zu übersehen, welche die Klasse 3a zusammen mit Christin Ritter im Werkunterricht erstellte. Nachmittagsunterrichtkinder wiederum brachten gemeinsam mit Karin Selmigkeit Papierhühner ins Nest.  Ein Baum, der mehr gefiederte Schönheiten, als Blätter trägt, stammt aus der Ideenwelt der 2a, die im Kunstunterricht von Christin Ritter sichtbar gemacht wurde.

Die Grundschulkinder gewähren aber nicht nur Einblicke in die Welt des Federviehs, sondern auch in die der Blumen und Schafe. So brachte die 4 c unter Leitung von Marianne Domröse mittels Tusche den  Klatschmohn zum Blühen und die 4b töpferten eben diese Tiere, die in dänischer Sprache „Pulloverschweine“ sind: Schafe. Dafür war übrigens Sabine Tippach, welche die Ausstellung organisierte und eröffnete, für einen Vormittag nach Gittelde gekommen.

Susanne Voigt aus Badenhausen wiederum hat auf ihren Bildern nicht die Blumen selbst, sondern deren Farbenspiele erblühen lassen. Auch  Gegenstände präsentieren sich nicht in Formationen, sondern ebenfalls in Farben. So ließ sie abstrakte Bilder entstehen, welche dem Betrachter viel Raum für freie Gedanken lassen.

Während der überaus gut besuchten Vernissage brachte Sabine Tippach  ihre Freude darüber zum Ausdruck, dass so viele Kunstfreunde in die 250 qm große Galerie gekommen waren und ließ es sich nicht nehmen, alle an dieser von bunter Vielfalt getragenen Künstler kurz vorzustellen, deren Werke in zeh n Räumen auf drei Etagen zu sehen sind.

Vier von ihnen kommen aus Osterode. Hans Mittmann, der sich autodidaktisch das Schnitzen, den Möbelbau und die Holzbildhauerei beigebracht hat, setze seiner Phantasie keine Grenzen.

Bernd Schneider wiederum sei fasziniert von PCs und Fotografie. Mit ihnen entwickele er besondere Methoden bei der Gestaltung von Plakaten, Flyern und Collagen.

Renate Maria Riehemann wiederum schreibt Prosa und Lyrik, für die sie mehrfach ausgezeichnet wurde. Eigens für diese Ausstellung „Pedant“ schrieb sie thematisch orientierte Sonetten,  die in den jeweiligen Räumen zu finden sind. Während der Vernissage wurden sie übrigens von Eleven der Ballettschule Lowin in Bewegung umgesetzt wurden.

Sie selbst, so Sabine Tippach habe vor etwa 14 Jahren
das Material Ton für sich wiederentdeckt. Seither arbeite sie frei nach dem Motto: „Learning by doing“.

Zwei Künstlerinnen kommen aus Herzberg. Gisela Buttkus habe an Keramikkursen der einstigen KHSV Osterode teilgenommen. Seit dem modelliert sie freischaffend insbesondere Tierplastiken.

Ines Lehmann wiederum schöpfe ihre Inspiration aus der Natur und dem täglichen Leben.   Dabei lasse sie Werke und Designs aus einer großen Bandbreite von Materialien entstehen.

Bärbel Kretzschmar aus Willershausen habe nach einem Schlüsselerlebnis das Material Wolle neu entdeckt, um damit Kreationen aus Filz herzustellen.

Ingrid Kunze-Abram aus Rüdershausen habe ihr Talent und ihre Kreativität zum Nähen von ihrer Mutter geerbt. Sie entwerfe am Liebsten Schnittmuster und versuche dann aus Großem sehr Kleines zu nähen.

Christa Schmets aus Göttingen  habe schon vor geraumer Zeit ihre Leidenschaft für Glas entdeckt und die Begeisterung für diesen Werkstoff  ist nie verloren gegangen.

„Wir zehn kennen uns schon seit einigen Jahren und haben auch in anderer Konstellation öfter zusammengearbeitet und ausgestellt“, so die Organisatorin weiter. Um nun bei der bis zum 10. Juni  währenden Ausstellungen die Materialvielfalt noch deutlicher hervorzuheben, sind zusätzlich zwei Gemeinschaftsexponate entstanden: „Herdentiere“ und „Relief- miX“.

Es meldeten sich aber auch noch zwei Gäste zu Wort. Franziska Aulich, Stadtmarketing zu der Ausstellung,  dankte allen Künstlern für deren kreativen Einsatz. Damit sorgten sie letztendlich dafür, dass das Kulturangebot der Stadt Osterode alles andere als langweilig werde.

Osterodes Bürgermeister Klaus Becker eröffnete dann die Ausstellung ganz offiziell. Auch er hielt nicht mit seiner Freude hinterm Berg, so einer kulturellen Vielfalt zu begegnen. In dem Zusammenhang erinnerte er aber auch daran, dass Ende September das neuntägige Festival „Denkmal! Kunst KunstDenkmal!“ eröffnet wird. Wer daran teilnehmen oder helfen möchte, der dürfe sich auch gerne bei ihm melden.

Bild oben: Drei Eleven im Einklang mit materiellen Kunstwerken.

Hinter dem gemein sam gefertigten Werk sind alle zehn Künstler zu sehen, welche die Ausstellung „PEDANT – Interpretationen in Materialvielfalt“ möglich machten.

Im Haus am Schilde 2 sitzen Hühner in der der Fensterbank.

 

Klatschmohn blüht auf der Ausstellung „Pedant“.

Klaus Becker und Susanne Voigt schauen sich eines der von den Grundschülern der Gemeinde Bad Grund gefertigtes Wesen an. Fotos: Bordfeld