Das einsturzgefährdete Gebäude an der Oberen Harzstraße war Thema im Windhausener Ortsrat

Windhausen (hn). Offenstehende Fenster, kaputte Glasscheiben, herunterfallender Putz und ein bröckelnder Sockel. Die ehemalige alte Gaststätte Zum Krug in der Kurve der Oberen Harzstraße gegenüber der Kirche in Windhausen droht zunehmend zu einer Gefährdung für Fußgänger und Autofahrer zu werden.

Das Gebäude mache ihm zunehmend Bauchschmerzen, sagte der Ortsbürgermeister Burkhard Fricke deshalb auch in der jüngsten Ortsratssitzung am Montag. Der Zustand des Hauses, insbesondere auch beim Steintritt in Richtung Pflaster und Keller sehe bedrohlich aus, und eigentlich dürfte aus Sicherheitsgründen dort niemand mehr den Bürgersteig benutzen. Die Verwaltung der Gemeinde Bad Grund habe inzwischen mit dem Landkreis Göttingen Kontakt aufgenommen, unter anderem auch mit der Bitte, die Flügelfenster, die teilweise offenstehen, auszuhängen, da von ihnen die Gefahr herunterfallender Glasscherben ausginge. Der Eigentümer hingegen scheint sich nicht verantwortlich für sein Haus zu fühlen. Das Haus steht aktuell bei Immobilienscout zum Verkauf. „Es könnte in einer Ersatzvornahme enden, mit der das Haus abgerissen werden kann“, vermutete Fricke. Dennoch müsse in der Zwischenzeit dringend etwas unternommen werden, damit keine Verkehrsteilnehmer gefährdet werden, wie etwa die Sperrung des Bürgersteiges oder gar einer Straßenhälfte. Dazu sagte der Kämmerer Volker Höfert, dass der Landkreis tätig sei und mit dem Eigentümer Kontakt aufgenommen habe, der seiner Verpflichtung zur Verkehrssicherung nicht nachkomme. Bei dem Haus handele es sich um eine Schrottimmobilie, und die Verwaltung habe die Aufgabe, jede Veränderung dem Landkreis zu melden. Es sei bereits ein Statiker der Bauordnungsbehörde vor Ort gewesen, der die teilweise Einsturzgefährdung festgestellt habe. „Das Haus steht ganz oben auf der Liste des Landkreises“, so Höfert.

Der Ortsrat nahm in der Sitzung auch den Haushaltsplan 2018 und das Investitionsprogramm für 2017 bis 2021 zur Kenntnis. Im Ergebnishaushalt sei für die Ortschaft Windhausen die Sanierung der Holzbrücke im August-Orth-Weg mit rund 15000 Euro veranschlagt, berichtete Höfert. Im Investitionsplan ist eine Diesel-Absauganlage für die Feuerwehr mit 13.000 Euro und die Fassadensanierung der Gemeinschaftsanlage Alte Burg mit 112.000 Euro eingeplant. Die Fassadensanierung wird gefördert vom Amt für Landentwicklung Göttingen, die Fördersumme beträgt 73 Prozent. Eine zusätzliche Kofinanzierung kommt aus dem ZILE-Programm des Landes Niedersachsen, das die Förderung auf insgesamt 95 Prozent aufstockt. In dem Zusammenhang sagte Heiko de Vries (CDU), dass er den Komplex Dorfgemeinschaftsanlage und das August-Orth-Geburtshaus als Gesamtpaket sehe. „Jetzt stecken wir Geld in die Dorfgemeinschaftsanlage, und irgendwann fällt das andere Gebäude zusammen“. An dem Problem sei man schon seit 1992 dran, so Höfert. Die Sanierung des Geburtshauses sei sehr kostenintensiv, was hier fehle, sei ein sinnvolles Nutzungskonzept. Was die geplante Anhebung der Realsteuern anginge, fragte Patrick Schmidt (Pro Windhausen) bei welchem Wert der Durchschnitt liege, den Höfert mit 360 v.H. bezifferte. Aktuell hat die Gemeinde Bad Grund vor, die Grundsteuern A und B auf 400 v.H. anzuheben. Man sei momentan in einer Situation, in der es der Gemeinde relativ gut ginge, so Schmidt, weshalb eine Anhebung für ihn zu früh käme. Dabei solle man bedenken, dass es sich dabei um eine normale Entwicklungen bei Preissteigerungen handele, und die Gemeinde ab dem kommenden Jahr ein verbreitertes Leistungsangebot, wie etwa die Ganztagsbetreuung in den Kindergärten anbiete.

 

Die alte Gaststätte Zum Krug in der Kurve der Oberen Harzstraße in Windhausen verfällt zunehmend, weil sich der Eigentümer nicht darum kümmert.

Als Fußgänger ist es nicht zu empfehlen, den Bürgersteig vor dem Haus zu nutzen, Putz bröckelt herunter und die Flügelfenster stehen teilweise auf, so dass auch Glasscherben drohen, herunter zu fallen.

Foto: Herma Niemann