Gittelde (pb). Dr. Gisela Scheffler, Allgemeinmedizinerin und Psychotherapeutin aus Braunlage, war der Einladung von Anna Haberer und Heide Neumann gefolgt. Denn sie wollte beim traditionellen Frauenfrühstück im Gemeinderaum Gittelde dem  bunt gemischten Kreis von Zuhörerinnen viel Wissenswertes zum Thema „Selbstwertgefühl“ vermitteln.

Um diesen Weg gemeinsam zu gehen, ließen viele Frauen schon vor dem Referatsstart durchblicken, dass sie meist zu wenig Selbstwertgefühl hätten. Und Dr. Scheffler erklärte diesen Mangel an dem  Gefühl damit, dass es den Frauen im Laufe der Zeit aberzogen worden wäre.

Denn im Prinzip komme jedes Neugeborene mit großem Selbstwert zur Welt. Es verlange nach dem, was es braucht, es fordere seine Bedürfnisse vehement ein. Im Zuge der Erziehung werde dieses Einfordern allerdings reguliert. Im Erwachsenenalter trainiere der Mensch sich dann wieder ein höheres Selbstwertgefühl an.

„Wir sollen uns annehmen, uns jeden Morgen freundlich begrüßen und uns sagen, wie wertvoll wir sind“, so die Sprecherin. Denn nur wer sich selbst mag, sich selbst annimmt, könne  auch offen und zugewandt auf andere zugehen.

Dabei dürfe frau sich aber nicht selbst vergessen. Sie schilderte zum besseren Verständnis der Feststellung „Gut zu sich sein“ eine Situation: Sie habe sich ein Bad eingelassen. Kurz vor dem Hineingehen ruft eine Freundin mit der Bitte an, sie vom Bahnhof abzuholen. Was tun? Auf das ersehnte Bad verzichten? Dr. Scheffler riet, in diesem Fall ruhig den Mut zu haben, Nein zu sagen. Für die Freundin gäbe es sicher noch andere Möglichkeiten, nach Hause zu kommen.

Mittels  vieler Denkanstöße und durch nicht weniger anschauliche Fallbeispiele konnte jede Frühstücksteilnehmerin sich gut in das Thema hinein denken und darüber hinaus sicherlich etwas für ihr Selbstwertgefühl mitnehmen.
 
Dr. Gisela Scheffler (hi. re.) sprach schon während der Frühstück mit den interessierten Frauen über das Thema dieses Vormittages. Foto: Petra Bordfeld
Dr. Gisela Scheffler (hi. re.) sprach schon während der Frühstück mit den interessierten Frauen über das Thema dieses Vormittages. Foto: Petra Bordfeld