Badenhausen (pb). Man nehme eine Kalligraphiefeder, tauche die in ein kleines Tintenfass und schreibe dann ganz sauber auf altes Dokumentpapier.

Nach Fertigstellung des Schriftbildes schneide man eine Kartoffel zu einem Stempel und lasse Wachs für ein Siegel schmelzen.

Diese Gebrauchsanweisung hatten sich alle Mädchen und Jungen der zweiten bis vierten Klassen der Grundschulen Gittelde und Eisdorf angeschaut. Um es mit einem Wort Martin Luthers zu sagen: Sie waren mit „Feuereifer“ dabei.

Zu „Martins Schreibstube“, die in die Zeit des Reformators Martin Luther führte, hatten alle evangelischen Kirchengemeinden in der Gemeinde Bad Grund geladen und stießen bei den Lehrkräften auf offene Ohren und bei den Kindern auf große Neugier.

Mit Dr. Jörg Leuschner wurde ein einfühlsamer Lehrmeister gefunden, der an allen Tagen wusste, den Kindern diese Schreibweise, die vor 500 Jahren „in“ war, zu erklären und ihnen insbesondere bei dem Erstellen des Siegels zu helfen. Unterstützt wurde er dabei von haupt- und ehrenamtlichen Helfern aus den fünf evangelischen Kirchengemeinden in der Gemeinde Bad Grund.

Am letzten Tag sagten die Kinder und Dr. Jörg Leuschner als Lehrmeister und Pfarrer Thomas Waubke als Hausherrn ganz herzlich Dankeschön.  Dieser Ausflug in das Jahr 1517 dürfte den kleinen Schreibern noch lange in bester Erinnerung bleiben. 

Die Freude an dem aktiven Besuch in Martin Luthers Schreibstube war Klein und Groß ins Gesicht geschrieben. Fotos: Petra Bordfeld