Die Koptisch-Orthodoxe Kirche plant, wahrscheinlich im März kommenden Jahres erste Schüler im neuen Internat in der ehemaligen Grundschule in Bad Grund zu unterrichten

Bad Grund (hn). Nach der Unterzeichnung des Kaufvertrages für das Gebäude der ehemaligen Grundschule im Bad Grunder Teufelstal durch die Koptisch-Orthodoxe Kirche in Deutschland, schreiten die Bauplanungen weiter voran.

Zusammen mit der Architektin Hedda Tünnermeier werden derzeit Bauzeichnungen für mögliche Zimmeraufteilungen und Baderäume in den oberen Etagen für die zukünftigen Schüler durchgegangen.

Bei einem Pressegespräch am Montag erläuterte der Bischof Anba Damian, Oberhaupt der Koptisch-Orthodoxen Kirche in Deutschland, die nächsten Schritte der Planungen. Das Vorhaben werde man Schritt für Schritt umsetzen, immer im Kontakt mit der zuständigen Ausländerbehörde, so der Bischof. Insgesamt rechne man mit Investitionskosten von rund 500000 Euro. In der ersten Phase sollen zunächst 30 Schüler unterrichtet werden. Später wolle man die Schulklassen vergrößern, wenn man genügend Erfahrungen gesammelt habe. Ab Oktober diesen Jahres soll wahrscheinlich die Bewerbungsphase starten. Gute Noten, eine besondere Beziehung zu Deutschland und ein polizeiliches Führungszeugnis seien die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Bewerbung. Die Anfragen seien jetzt schon sehr groß. Während der Bauphase könnten die Schüler zunächst im Kloster in Brenkhausen und auch privat untergebracht werden, bis alles fertig sei.

Das Internat ist konzipiert als Orientierungsstation für christlich-orthodoxe Jugendliche und junge Erwachsene beiderlei Geschlechts, die nach dem Abitur in ihrem jeweiligen Heimatland ein Studium an deutschen Hochschulen anstreben. Dazu gehört die Sprachausbildung in Deutsch und Englisch, aber auch in akademischer Form sowie wissenschaftlicher Arbeitsweisen. Die Zielgruppe sind insbesondere junge Christen, die der altorientalischen Kirchengemeinschaft angehören. Dazu gehören die Kopten Ägyptens, die christlichen Syrer und Armenier, die Äthiopier und Eritreer und die indischen Thomas-Christen.

Das Internat soll der Vorbereitung auf ein Studium in Deutschland dienen und wird von der Koptischen Kirche in Deutschland getragen. Die Internatsleitung vor Ort werden die Ägyptologen Prof. Dr. Rainer Hannig und seine Frau Daniela Rutica übernehmen. Die Kosten sollen einen Internatsplatz rund 950 Euro im Monat betragen, darin enthalten sind neben den Ausbildungskosten auch die Unterbringung, Verpflegung, Krankenversicherung, Beförderung sowie ein Taschengeld. Im Vergleich zu anderen deutschen Internatseinrichtungen sei das relativ günstig.

Die freundschaftliche Zusammenarbeit mit dem Bad Grunder Pastor Michael Henheik bezeichnete Bischof Damian als eine große Unterstützung, die Hand in Hand ginge. Man sei ein gutes Team, womit er auch alle an dem Projekt Beteiligten meint. Außerdem werde man keine großen Entscheidungen treffen, ohne dies mit dem Bürgermeister der Gemeinde Bad Grund, Harald Dietzmann, abzusprechen. „Ich bin davon überzeugt, dass das Projekt ein Segen für Bad Grund sein kann“, so der Bischof. Die jungen Leute sollen hier nicht nur die Sprache lernen, betont Prof. Hannig, man werde auch behilflich sein bei der Suche nach geeigneten Integrationskursen. 

 

Daniela Rutica, Prof. Dr. Rainer Hannig, Hedda Tünnermeier und Bischof Anba Damian gehen die Baupläne für das geplante Internat im Gebäude der ehemaligen Grundschule Im Teufelstal durch (Foto: Herma Niemann).

Hedda Tünnermeier, Daniela Rutica, Prof. Dr. Rainer Hannig und Bischof Anba Damian. (Foto: Herma Niemann).

Die Koptisch-Orthodoxe Kirche in Deutschland hat die ehemalige Grundschule in Bad Grund gekauft und möchte daraus ein Internat für christlich-orthodoxe Jugendliche und junge Erwachsene machen (Foto: Herma Niemann)