Bad Grund (pb). Die Jungs von  „Roman Street Paraders“ waren bereits zum zehnten Mal der Einladung des Kur- und Touristik-Vereins (KTV) Bad Grund gefolgt, um zur Freude vieler Fans des SwingJazz aus Nah und Fern aufzuspielen.

Dafür  durften sie sich über ein Dankeschönpräsent der besonderen Art freuen. Denn Karl-Hermann Rotte, Vorsitzender des KTV, hatte eigens für jeden Musiker der Band, die vor 56 Jahren in Hildesheim aus der Taufe gehoben wurde, Fotobücher erstellt, in denen „Zehn Jahre Gastspiel in der Bergstadt“ festgehalten sind.

Der Keyboarder, der Schlagzeuger, der Kontrabass- und Tubaspieler, der Klarinettist, der Trompeter und der der Saxofonist spielten vor und nach der kleinen, nicht erwarteten Unterbrechung weit mehr als drei Stunden im Atrium auf, und verwandelten dieses so zu einem von Swing und bester Laune gefüllten, überdachten Mississippi-Delta.

Es war weder zu übersehen, noch zu überhören, dass die sechs wieder sehr gerne nach Bad Grund gekommen waren, denn sie präsentierten ein von ganzem Herzen getragenes, buntes Programm, das traditionsgemäß mit „Glory Halleluja“ begann und selbstverständlich mit dem historischen und doch aufgefrischten Steigerlied endete.

Die Amateur-Dixieland-Band, die sich seit 1961 immer donnerstags zum Üben trifft, in der Helmut Müller, Friedhelm Strink und Gerd Mair zum Urgestein zählen, sorgte dafür, dass selten die Füße oder Hände ruhig gehalten werden konnten. Denn die Instrumente sandten neben den hervorragenden Tönen auch Signale aus, die ein ruhiges Sitzen oder Stehen sehr erschwerten. Ganz besondere Highlights waren übrigens die Solis der Instrumente und die Gesangeinlagen.

Ob das nun der Klassiker „St. Louis Blues“, die frühe Swing-Nummer mit 32 Takten, Louis Armstrongs „Bourbon Street Parade“, das näckische „Bei mir bist du schön“ oder „Lady be good“, das seit fast 90 Jahren zum populären Jazzstandard gehörende, „That`s a Plenty“, das bereits 1924 veröffentliche “Nobody`s Sweetheart“, der Popsong der 30er Jahre „When You’re Smiling“ oder die Musical-Hits „Hello, Dolly!“ und  „Lady, be Good“ waren, im Prinzip folgte ein Höhepunkt dem nächsten. Denn jedes Lied sollte sich als solcher entpuppen. Dass ihnen das bei jedem Stück aufs Neue gelang, machte ihnen der von Herzen getragene Beifall deutlich.

Das absolute Highlight war dann aber das Steigerlied. Zuerst spielten es die Hildesheimer Hobby-Vollblut-Jazzer auf Wunsch von Karl-Hermann Rotte mit bekannter Melodie auf und ließen dabei auch die erste Strophe erklingen. Traditionsgemäß erhob sich dafür das gesamte Publikum. Nach dem ersten Part übernahm der Jazz die musikalische Regie, und gab dem historischen Lied einen neuen, von Rhythmus  getragenen Touch.

Als die Instrumente zusammengepackt und die Sitzplätze frei wurden, waren sich im Prinzip alle absolut sicher, dass es 2018 das elfte Wiedersehen und Wiederhören geben wird.

Foto oben: Karl-Hermann Rotte überreichte die Foto-Bücher des KTV.

Die „Jungs“ der Jazz-Band „Roman Street Paraders“ swingten zur Begeisterung vieler Gäste durch Bad Grund.  

 Fotos: Bordfeld