Die Flamenco-Musikformation „Richie und Rita“ gastierte in Bad Grund. Auf dem Programm standen einfühlsame, aber schwungvolle Flamenco-Rhythmen

Bad Grund (hn). Eine große Portion südländischem Flairs konnten die Besucher beim Auftritt des Flamenco-Duos „Richie und Rita“ am Samstagnachmittag im Café Antique in Bad Grund erleben.

Eigentlich hätten nur noch die Flamenco-Tänzerinnen gefehlt, um die Illusion perfekt zu machen, aber auch ohne sie, sorgte das Duo mit ihrem Programm für zwei Stunden gute Laune bei feuriger Musik.

Zur Einstimmung spielte zunächst Richie (Richard Chajec) mit seiner Gitarre bekannte sowie auch eigene Kompositionen spanischer Rhythmen. Ob leidenschaftlich temperamentvoll oder träumerisch, an der Gitarre wird Chajek zu einem außergewöhnlichen Virtuosen, dem anstatt Blut vielleicht doch eher Musik durch die Adern fließt, und der sein Publikum immer wieder aufs Neue begeistern kann. Chajek verlieh den Stücken wie „California Dreaming von den Mamas und Papas, „Light my fire“ von den Doors oder „Pharaon“ von den Gipsy Kings seinen eigenen Ausdruck und eine ganz persönliche Note, ohne den ursprünglichen Charakter dabei aus den Augen zu verlieren.

Gesteigert wurde das bis dahin schon hörenswerte Konzert dann noch, als Rita J. Sührig in der zweiten Hälfte dazustieß und durch ihren Gesang dem ganzen noch mehr Persönlichkeit verlieh. „Das, wozu ich Sie jetzt gleich im Lied auffordere, machen Sie aber bitte erst zuhause, nämlich ganz viel Küssen“, so Sührig humorvoll zum Publikum, und leitete damit über zu dem Lied „Besame mucho“ aus dem Jahr 1935 von Consuelo Velázquez über. Bei dem Stück „Volare“ forderte die Sängerin mit der warmen dunklen Stimme das Publikum zum Mitsingen auf, und hatte vorsichtshalber ein Plakat mit dem Refrain vorbereitet. Das Lied heißt ursprünglich „Nel blu dipinto di blu“, was übersetzt so viel wie „In Blau gemaltes Blau“ bedeute, erklärte Sührig, und wurde von Domenico Modugno und Franco Miglianicci geschrieben. Zwischen den Stücken moderierte die Sängerin und versorgte die Gäste auch mit wissenswerten Hintergrundinformationen. Überhaupt schien das Duo sehr gut zusammenzupassen und sich gegenseitig zu ergänzen. Humorvolle Einwürfe der Sängerin sorgten zudem für eine fast familiäre Atmosphäre in dem Nachmittags-Konzert.   

Ein Höhepunkt des Nachmittags war aber wohl auch die Darbietung des schwungvollen und bekannten Volkstückes „La Bamba“, bei dem der Gitarrist Richie auch den Gesang übernahm, wodurch richtig Stimmung aufkam, und das Publikum mitsang und mitklatschte. Das Lied wurde in der Popmusik durch Ritchie Valens im Jahre 1958 erfolgreich aufgegriffen wurde und seither in zahlreichen Coverversionen herausgebracht.

Rita J. Sührig und Richard Chajek alias „Richie und Rita“ verwöhnten ihr Publikum mit einer guten Mischung schwungvoller Flamenco-Stücke (Foto: Herma Niemann).