Bad Grund (pb). Der Knappenverein e. V. Bad Grund/Harz und Umgebung  hatte zum bereits 25sten Bergdankfest geladen, und durfte sich über eine nicht erwartete große Zahl von Gästen aus der Bergstadt sowie aus ganz Niedersachsen und benachbarten Bundeländern freuen.

Zu ihnen gehörten auch der Generalbischof der koptisch-orthodoxen Kirche Deutschlands, Bischof Anba Damian, und Diakon Gunter Schmidt. Die beiden waren aus dem Kloster Brenkhausen in die Bergstadt gekommen, um gemeinsam mit Pastor Michael Henheik den ökumenischen Gottesdienst in der St. Antonius-Kirche auszurichten. Der Männergesangsverein Badenhausen fehlte auch nicht, er umrahmte traditionsgemäß die sehr gut besuchte liturgische Feier musikalisch.

An der Bergparade nahmen dann die Vertreter der insgesamt 22  Bergvereine, Bergfreunde und Knappenvereine teil. Während dieses von Fahnen geschmückten Umzuges ließ der Spielmannszug Bad Salzdetfurth selbstredend seine Instrumente erklingen. Das tat er zur Freude aller auch während des  Tscherperfrühstücks im Atrium, das aus den Fugen zu geraten drohte. Die Begeisterung erreichte allerdings ihren Höhepunkt, als alle Trommler des Spielmannszuges ihre Instrumente vieler Größen zum Abschied in fantastischem Einklang ertönen ließen.

Nicht weniger Applaus erfuhr der Brauchtumsgruppe „Harzer Roller“ für ihre überzeugenden Darbietungen. Gemeinsam stimmte man aus vollem Herzen das Bergmannslied an, ein Chor mit über 300 Stimmen überzeugte so vom ersten bis zum letzten Ton.

Gerd HintzeDer Vorsitzende des gastgebenden Knappenvereins, Gerd Hintze, trat ans Mikrophon, um eingangs alle aufs Herzlichste zu begrüßen. Ein besonderes „Glück auf“ richtete er an den Landesvorsitzenden der  Vereinigung der Berg- und Hüttenleute Niedersachsen, Rolf Sindram, Ortsbürgermeister und Schirmherr Manfred von Daak sowie Bürgermeister Harald Dietzmann.

Ein großes Dankeschön sprach er dem Förderverein Bergbau und dem Heimatmuseum, Pastor Henheik, den Gästen aus dem Kloster Brenkhausen und dem Männergesangverein, allen fleißigen Helfern und Helferinnen des gastgebenden Knappenvereins sowie den Johannitern Bad Grund für die tatkräftige Unterstützung aus. Ein weiteres Dankeschön ging an alle Sponsoren für die finanzielle Unterstützung. So überreichte er beispielsweise Jörg Stockhusen, Leiter der Sparkassen-Geschäftsstelle Region Osterode und Sven Treichel, Kundenberater in der Geschäftsstelle Bad Grund das wichtige Werkzeug fürs Frühstück: das Tscherpermesser.

Rolf Sindram betonte anschließend, diese überwältige Mehrheit an Teilnehmern mache doch sehr deutlich, dass Tradition  und Brauchtum in Bad Grund noch sehr gut gepflegt werden, sonst wären nicht so viele Bergleute und Freunde des Bergbaus zu diesem 25sten Bergdankfest in der Neuzeit gekommen.

Rolf SindramSindram sprach von der Neuzeit, weil es das Tscherperfrühstück auch schon zu Zeiten der Preussag geben hat. Er war aber auch etwas nachdenklich gestimmt. Denn, es sei nicht von der Hand zu weisen, dass es leider mit dem Berufsstand immer weiter abwärts gehe, denn allein im kommenden Jahr werden wieder viele Bergwerke schließen. Von daher sei es schön und wichtig, dass es Bergwerksvereine gibt, welche die Geschichte, insbesondere die Tradition, auffangen und für die Zukunft und damit für die  nachfolgenden Generationen aufbewahren. Leider werde immer öfter vergessen, dass der Bergbau viel dazu beigetragen habe, dass nach dem zweiten Weltkrieg das Land so viel Wohlstand erfahren habe und es heute noch so gut dastehe. Mittlerweile habe man leider den Punkt erreicht, wo Bergbau verteufelt und zugunsten grüner Energie abgeschafft werde. „Das ist nicht Sinn und Zweck der Sache gewesen. Ob wir nur von und mit Windenergie und Sonne leben können, wird die  Zukunft zeigen“. Er wage das zu bezweifeln, hoffe aber inständig, dass in Bad Grund das Bergdankfest weiter gefeiert wird.

Harald Dietzmann hielt ebenfalls nicht mit seiner Freude über die große Beteiligung hinterm Berg, die er sich übrigens mit dem langjährigen Schirmherren Manfred von Daak teilte. „Dass sie alle heute zu uns in die Bergstadt Bad Grund gekommen sind, ehrt uns sehr“. Er dankte den Knappenverein Bad Grund, insbesondere dessen Vorsitzenden Gerd Hintze, für die Ausrichtung des Bergdankfestes.

Weil es annähernd 25 Jahre her ist, als das letzte Bergwerk seine Förderung in Bad Grund eingestellt hat, sei es etwas ganz Besonders, erleben zu dürfen, dass bis heute die bergbauliche Tradition in Bad Grund einen so hohen Stellenwert einnimmt.

Das Bergbaumuseum,  das Weltkulturerbe „Oberharzer Wasserwirtschaft und die Barbarafeier seien es wert ist, die Erinnerung daran nicht aufzugeben. Die jüngsten Ideen zur Ausbeutung der Bergehalden, die es auch auf Taubenborn gibt, sorgten vielleicht auch dafür, dass sich die Förderräder am Achenbachschacht wieder drehen und die wertvollen Schätze zu Tage befördert werden“.

Nach den Grußworten bat Gerd Hintze noch Lilli und Harri Gross sowie Uschi und Reinhard Herr zu sich, um ihnen Dankeschöne zu überreichen. Die vier sorgen schließlich immer dafür, dass alles mit dem Frühstück klappt. Bei selbigen wurde dann geklönt und der Musik zugehört, als sich dann alle auf den Heimweg machten, war nicht selten das „Auf Wiedersehen und Glück auf 2018“ zu vernehmen.

Bild oben: Die Bergparade auf dem Weg zum Atrium.

Bergdankfest2a: Sie freuen sich riesig auf das erneute Mitwirken beim Bergdankfest in Bad Grund.

Auszug nach dem Bergdankfest-Gottesdienst aus der St. Antoniuskirche.

Diakon Gunter Schmidt im Gespräch mit einem der jüngsten Bergdankfestteilnehmer.

Der Spielmannszug Bad Salzdetfurth spielte auch im Atrium auf.

 

Harri und Lilli Gross, Gerd Hintze sowie Uschi und Reinhard Herr nach dem Dankeschön.

Gerd Hintze und Diakon Gunter Schmidt im Gespräch mit einem der jüngsten Bergdankfestteilnehmer.

Harald Dietzmann im Gespräch mit den kirchlichen Gästen.

Die „Harzer Roller“ wussten mit ihren Darbietungen zu begeistern.

 

Luis, Lars und Lasse waren zwar die jüngsten Teilnehmer des Bergdankfestes, aber sie waren groß dabei.  Fotos: Bordfeld

 

Teilnehmende Vereine:

BV „Glück auf“ Lengede

BV „Glückauf“ Vallstedt

BV  Bad Salzdetfurth

BV „Glück auf“ Frellstedt

BV „Glück auf“ Rehburg Stadt

Bergbaufreunde Elbingerode

BV Sangershausen

Harzer Knappenverein Goslar

Knappenverein Salzgitter

Bergmannschor Reyershausen

Verein für Geschichte und Altertumskunde St. Andreasberg

BV Asse-Wittmar

BV „Glück auf“ Bokeloh

BV „Glück auf“ Helmstedt

BV „Hildes“ aus Hildesheim-Giesen

BV „Glück auf“ Barsinghausen

BV „Schlägel & Eisen“ Bolzum

Bergwerks- und Geschichtsverein Lautenthal

Vereinigung Mansfelder Berg- und Hüttenleute aus Eisleben

Historischer Berg- und Hüttenknappverein Bad Suderode

 Siedlerbund „Grüne Tanne“ Bad Grund

„Harzer Rotes Höhenvieh“ Bad Grund

KV Bad Grund

Ehemalige vom Erz-Bergwerk Bad Grund